Ein Förster läuft von seinem Auto zu einem Hochsitz. Dabei legt er eine Strecke von 7,5 km mit einer Geschwindigkeit von 5,0 km/h zurück. Auf dem Weg rennt sein Jagdhund ständig zwischen ihm und dem Hochsitz mit der doppelten Geschwindigkeit hin und her. Welche Strecke ist der Hund gelaufen, wenn der Förster am Hochsitz eintrifft?
Diese Aufgabe könnte ich auch unter „Physik“ einordnen, aber die Lösung ist
eher mathematischer Natur. Gegeben sind also zunächst die Geschwindigkeit des
Försters mit
und die des Hundes mit
. Außerdem die Strecke, die der Förster zurücklegt (
).
Die vom Hund zurückgelegte Strecke lässt sich wohl am besten mit einer unendlichen Reihe beschreiben: Der Hund pendelt vom Jäger zur Jagdhütte und zurück und legt dabei eine bestimmte Strecke zurück, die dann zu den anderen Strecken hinzusummiert wird. Unendlich ist die Reihe – sofern man sich in den reellen Zahlen bewegt und vernachlässigt, dass jedes Maßband irgendwann versagen wird – weil sich der Abstand zwischen Jäger und Hütte beliebig nah an Null annähern lässt ohne, dass die Null jemals erreicht wird.
Eine solche unendliche Reihe könnte folgende sein:
.
Die
entstammen folgender Überlegung: Legt der Hund die
doppelte Geschwindigkeit zurück, wie der Jäger, so hat er das Jagdhaus
erreicht, wenn der Jäger die Hälfte des Weges geschafft hat. Ist der Hund
wieder beim Jäger, so hat der Jäger nochmal
des noch
vorhandenen Weges, also
des Weges geschafft. Macht zusammen
, sodass für eine
weitere „Runde“ noch
des vorherigen Weges verbleiben. So
lässt sich der Anfang der Reihe ausschreiben als 
Nun sollte man den ganzen Ausdruck noch etwas vereinfachen, indem man aus der
letzten Potenz ein
herauszieht:

Zusammenfassen:
und Konstanten aus der Summe
herausziehen:
.
Die unendliche Reihe ist nun recht „handlich“ und entspricht der
geometrischen Reihe
, wobei
gilt. Wie man in entsprechender Literatur nachschlagen kann
konvergiert die Reihe gegen
, was wir in unsere Formel
einsetzen können: 
Nun kann man
mit den 7,5 km aus der Aufgabe ersetzen und bekommt als
Ergebnis: 15 km.
Es gibt übrigens auch eine Möglichkeit das ganze „physikalisch“ zu lösen:
Der Hund läuft die doppelte Geschwindigkeit wie der Jäger – bei gleicher
Zeit. Für gleichförmige Bewegungen gilt:
, sodass der
Hund die doppelte Strecke, also
gelaufen sein
muss.
#001b,
erstellt: 2009-03-02, aktualisiert: 2009-06-06,
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